Orlistat 60 mg

Orlistat 60 mg

47,20
Orlistat 60 mg
2.3

Preis-Leistung

2/10

    Vorteile

    Nachteile

    • Wenig geeignet, um Übergewicht dauerhaft zu verringern
    • Allenfalls zur Unterstützung von deutlich Übergewichtigen, die sich fettarm ernähren
    • Nicht für Menschen mit einem BMI unter 28
    • Die Verträglichkeit über lange Zeit ist noch nicht abschließend zu beurteilen

    Orlistat 60 mg ist wenig geeignet, um Übergewicht dauerhaft zu verringern, wenn nicht zugleich die Ernährung umgestellt wird. Allenfalls zur Unterstützung von deutlich Übergewichtigen, die sich fettarm ernähren. Aber auch dann ist der zusätzliche Gewichtsverlust gering. Nicht für Menschen mit einem BMI unter 28. Die Verträglichkeit über lange Zeit ist noch nicht abschließend zu beurteilen.

    Orlistat 60 mg Wirkung

    Orlistat (alternative Handelsnamen: Xenical, Alli) ist ein Lipasehemmer. Das bedeutet, dass es fettspaltende Enzyme, die Lipasen, an ihrer Tätigkeit hindert. Dadurch können die Fette, die mit der Nahrung in Magen und Dünndarm gelangt sind, nicht in ihre Bestandteile aufgespalten werden. Auf diese Weise verhindert Orlistat, dass die Nahrungsfette ins Blut aufgenommen werden. Üblicherweise verlässt nur ein geringer Teil Fett unverdaut den Körper, nach der Einnahme von Orlistat ist es etwa ein Viertel. Dieser Anteil nicht genutzter Kalorien soll bei der Gewichtsabnahme helfen.

    In aktuellen Übersichtsarbeiten wurden zahlreiche Studien zur Gewichtsabnahme mithilfe von Medikamenten gemeinsam ausgewertet. Die Teilnehmenden hielten eine kalorien- und fettreduzierte Kost ein. Diejenigen, die zusätzlich Orlistat in einer Dosierung von 120 Milligramm einnahmen, verloren tatsächlich mehr Gewicht als diejenigen, die es nicht einnahmen, und zwar im Laufe eines Jahres durchschnittlich knapp 3 Kilogramm. Produkte mit 120 Milligramm Orlistat pro Tablette sind allerdings verschreibungspflichtig. Im Zusammenhang mit der Gewichtsabnahme verbesserten sich die Werte der Blutfette, des Blutdrucks und des Blutzuckers. In der Folge wurden weniger Diabeteserkrankungen festgestellt. Ob sich jedoch auch die Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringert, ist nicht untersucht. Diese Studienergebnisse gelten allerdings nicht für Tabletten mit 60 Milligramm Orlistat. Sie sind zudem wenig aussagekräftig, da etwa ein Drittel der Studienteilnehmer das Programm vorzeitig abgebrochen hat. Sie litten vor allem an Bauchschmerzen infolge von Blähungen und an Durchfällen, die so heftig sein konnten, dass sie nicht zu kontrollieren waren.

    Nach dem Ende der Orlistat-Einnahme stieg das Gewicht tendenziell wieder an.

    Zur dauerhaften Gewichtsabnahme wird Orlistat als „wenig geeignet“ bewertet. Es kann allenfalls unterstützend eingesetzt werden. Doch auch das nur von einem begrenzten Personenkreis, denn Orlistat ist nur für Menschen zugelassen, deren BMI über 28 liegt. Für diejenigen, die nicht so viel wiegen oder normalgewichtig sind, ist es nicht gedacht. Mit den Mitteln lassen sich weder Ernährungssünden abfangen, noch Fettpolster auflösen. Außerdem wird vorausgesetzt, dass sich die Anwender kalorien- und fettarm ernähren.

    Gemäß der Empfehlung der Deutschen Adipositas Gesellschaft sollte Orlistat nur eingenommen werden, wenn es innerhalb von sechs Monaten nicht gelungen ist, durch eine veränderte Ernährung und Bewegung mindestens 5 Prozent des Ausgangsgewichts abzunehmen.

    Orlistat 60 mg Anwendung

    Zu jeder fetthaltigen Mahlzeit nehmen Sie eine Kapsel mit Orlistat ein. Mehr als drei Kapseln pro Tag sollten es keinesfalls sein. Essen Sie nichts oder nichts Fetthaltiges, lassen Sie das Mittel weg.

    Wenn Sie nach drei Monaten noch nicht an Gewicht verloren haben, sollten Sie mit dem Arzt oder dem Apotheker über das weitere Vorgehen beraten. Länger als ein halbes Jahr sollte die Behandlung ohne ärztliche Kontrolle nicht dauern.

    Achtung

    Gegenanzeigen

    Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie kein Orlistat einnehmen:

    Sie sind allgemein in schlechtem Zustand und können Nahrung nur schlecht verwerten.

    Der Abfluss Ihrer Galle ist gestört.

    Sie nehmen Ciclosporin ein (nach Transplantationen).

    Sie nehmen gerinnungshemmende Mittel ein (bei erhöhter Thrombosegefahr).

    Wenn Sie eine chronische Nierenfunktionsstörung haben, sollten Sie die Einnahme von Orlistat unbedingt mit einem Arzt besprechen. Das Mittel kann das Risiko für Nierensteine erhöhen.

    Durch einen Gewichtsverlust bei Einnahme von Orlistat können der Blutdruck, der Blutzuckerwert und die Menge an Fettstoffen im Blut sinken. Um das festzustellen, sollten die Werte häufiger als sonst kontrolliert werden. Wenn Sie Medikamente zur Regulierung dieser Werte einnehmen, muss der Arzt möglicherweise deren Dosierung an die veränderten Bedingungen anpassen.

    Wechselwirkungen mit Medikamenten

    Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten, dass Orlistat die Wirksamkeit von Levothyroxin (bei Schilddrüsenerkrankungen) verringern kann. Sie sollten die beiden Medikamente also nicht zur gleichen Zeit einnehmen, sondern zeitversetzt. Bevor Sie jedoch zusätzlich zu einer Levothyroxin-Behandlung Orlistat einnehmen, sollten Sie mit einem Arzt sprechen.

    Durch Orlistat kann Ciclosporin (nach Transplantationen) schwächer wirken. Unter Umständen wird dann die Abstoßungsreaktion gegen das Transplantat nicht mehr ausreichend unterdrückt.

    Durch Orlistat können Lamotrigin und Valproinsäure (bei Epilepsien) schlechter wirken. Dann können Krampfanfälle auftreten. Bei einer solchen Epilepsiebehandlung sollten Sie Orlistat keinesfalls ohne ärztlichen Rat anwenden.

    Orlistat verstärkt die Wirkung der gerinnungshemmenden Mittel Phenprocoumon und Warfarin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden. Sie müssen deshalb die Blutgerinnung häufiger als sonst selbst kontrollieren oder vom Arzt kontrollieren lassen und gegebenenfalls nach Absprache mit dem Arzt die Dosis der Gerinnungshemmer verringern.

    Orlistat verringert möglicherweise die Wirksamkeit von Amiodaron (bei Herzrhythmusstörungen). Nehmen Sie dieses Medikament ein, sollten Sie Orlistat nicht ohne ärztlichen Rat anwenden.

    Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

    Bei Einnahme von Orlistat sind stark fetthaltige Lebensmittel und eine allgemein fettreiche Ernährung zu meiden. Richten Sie sich nicht danach, können die unerwünschten Wirkungen, vor allem Blähungen und Durchfall, verstärkt auftreten.

    Orlistat 60 mg Nebenwirkungen

    Bis zu 19 von 100 Anwendern werden von Blähungen gequält, bei denen auch Stuhl abgehen kann. Mit der gleichen Häufigkeit wird über ölige Flecken am After berichtet. 10 von 100 klagen über Durchfall mit fettigem, öligem Stuhl, doppelt so viele über vermehrten Stuhldrang. Bei 6 von 100 geht das so weit, dass sie den Stuhlabgang manchmal nicht mehr kontrollieren können.

    Wenn sich die Haut verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

    Durch die verringerte Fettaufnahme kann es zu einem Mangel der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K kommen. Den Vitamin-K-Verlust müssen Menschen besonders beachten, die aufgrund einer erhöhten Thrombosegefahr Mittel einnehmen, die die Blutgerinnung herabsetzen. Bei ihnen kann sich die Blutungsneigung noch zusätzlich verstärken.

    Ein sich eventuell ergebender Vitamin-D-Mangel kann die Versorgung der Knochen mit Kalzium beeinträchtigen. Das ist für Menschen bedeutsam, die ein erhöhtes Risiko für Osteoporose haben. Das betrifft besonders Frauen nach den Wechseljahren. Sie sollten die Einnahme von Orlistat daher mit einem Arzt besprechen. Gegebenenfalls wird dieser zur zusätzlichen Einnahme von Kalzium und Vitamin D raten.

    Wenn Sie sich müde und träge fühlen und trotz verminderten Appetits an Gewicht zulegen, kann das auf eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten. Sie kann darauf beruhen, dass bei Einnahme von Orlistat möglicherweise nicht mehr genügend Jod aufgenommen wird. Dieses ist für die Funktion der Schilddrüse unentbehrlich.

    Vereinzelt kann es durch die Einnahme von Orlistat zu Nierenschäden durch Oxalatablagerungen kommen. Der Nahrungsbestandteil Oxalat gelangt bei einer Behandlung mit Orlistat in größerer Menge als sonst ins Blut und kann sich in den Nieren ablagern. Das kann zu Nierensteinen, Nierenentzündungen und Nierenversagen führen. Wenn Sie Schmerzen in der Nierengegend oder beim Wasserlassen bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

    Das Mittel kann die Leber schädigen. Treten Übelkeit, Erbrechen und/oder dunkel gefärbter Urin auf und ist der Stuhl auffällig hell, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

    In Einzelfällen kann Orlistat die Leber auch schwer schädigen. Wenn sich die Haut gelb färbt – möglicherweise begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper –, sollten Sie das Medikament nicht mehr einnehmen und sofort einen Arzt aufsuchen.

    Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie die Einnahme sofort beenden und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

    Hinweise

    Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

    Eine Behandlung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase sollte grundsätzlich ärztlich begleitet werden. Eine medikamentöse Hilfe beim Abnehmen ist bei ihnen nicht angebracht. Über die Anwendung von Orlistat bei Kindern und Jugendlichen bis zu 18 Jahren gibt es ohnehin keine ausreichenden Erkenntnisse.

    Zur Empfängnisverhütung

    Die Sicherheit der Pille kann beeinträchtigt werden, wenn durch die Einnahme von Orlistat schwere Durchfälle auftreten. Um eine Schwangerschaft sicher zu vermeiden, sollten Sie bei der Einnahme von Orlistat zusätzlich Kondome oder ein Diaphragma benutzen.

    Für Schwangerschaft und Stillzeit

    Über die Risiken einer Anwendung in der Schwangerschaft gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Sicherheitshalber sollten Sie das Mittel daher nicht anwenden. Abgesehen davon ist die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft ein natürlicher Vorgang. Selbst wenn es mehr sein sollte, als der Arzt für vertretbar hält, sind Medikamente nicht der richtige Weg, um eine weitere Zunahme zu begrenzen.

    Ob Orlistat in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt. Daher darf es während der Stillzeit nicht angewendet werden.

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