Sibutramin – unwirksame Abnehmpille forderte bereits mehrere Tote

Sibutramin

Sibutramin
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Wirkung

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    Einfachheit

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      Erfolgsquote

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        Preis-Leistung

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          Gesamt-Wertung

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            Vorteile

            Nachteile

            • Lebensgefahr: führte bereits mehrfach zum Tod von Anwendern
            • Verboten: Einfuhr nach Deutschland mit rechtliche Konsequenzen verbunden
            • Suchtpotential: Sibutramin kann abhängig machen
            • Heftige Nebenwirkungen: Herzrasen, Erbrechen, Benommenheit
            • Wirkungslos: Gewichtsabnahme in seltenen Fällen

            Sibutramin hat Nebenwirkungen, die mit dem Tod enden können. Obwohl das Medikament in Deutschland seit einigen Jahren verboten ist, versucht der Hersteller sein wirkungsloses Produkt weiterhin überall zu verkaufen. Gelangen die lebensgefährlichen Medikamente in die Hand des Zolls, tragen auch Sie die weitreichenden rechtlichen Konsequenzen.

            Die Zusammensetzung, die tödlich enden kann – Der Sibutramin Test

            Würden Sie für eine schlanke Linie über Leichen gehen? Auch über Ihre eigene? Eine rhetorische Frage, die keiner Antwort bedarf. Tests, die sich mit dem hierzulande verbotenen Medikament auseinandergesetzt haben, zeigen auf, mit welchen Inhaltsstoffen man es hierbei zu tun hat und wie diese wirken.

            Die Zusammensetzung der Pillen bewirken einen nicht zu vernachlässigenden Eingriff in die Gehirnbotenstoffe. Sie sollen nämlich den Appetit deutlich zügeln. Konkreter sprechen wir von einem Amphetamin-Derivat mit der Summenformel C17H26ClN. Vergleichbarer Inhalt findet sich in Medikamenten für ADHS-Kranke und Menschen, die unter starken Depressionen leiden. Es hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin-Noradrenalin (kurz SSNRI).

            Sowohl Serotonin als auch Noradrenalin wirken antidepressiv und antriebssteigernd. Eine Wirkung, die fatale Konsequenzen haben kann.

            Achtung! Lebensgefährdende Sibutramin Nebenwirkungen!

            Eines ist klar: Abnehmen werden Sie mit Sibutramin nicht. Was jedoch annähernd genauso klar ist: Die Nebenwirkungen werden Sie zu spüren bekommen. Kopfschmerzen und Mundtrockenheit sind da die kleinsten Probleme, die Ihnen nach der Einnahme von Sibutramin zu schaffen machen können. Die Liste der Nebenwirkungen ist lang:

            • Übelkeit;
            • Erbrechen;
            • Bluthochdruck;
            • Taubheitsgefühl;
            • Herzrhythmusstörungen;
            • Schlaflosigkeit;
            • Appetitzunahme;
            • Appetitlosigkeit;
            • Benommenheit,
            • Nervosität;
            • Herzerkrankungen;
            • Geschmacksstörungen;
            • Psychische Erkrankungen;
            • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

            „Harmlose“ Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Appetitsteigerung gehören dabei noch zu denen, die selten auftreten. Bei weitem häufiger treten Herz-Probleme auf. Nebenwirkungen, die sogar zum unmittelbaren Tod führen können. In den USA starben 34 Menschen, die dieses Medikament einnahmen.

            Sibutramin kaufen? – Längst verboten, trotzdem noch erhältlich!

            Europa und die Schweiz verbaten Sibutramin bereits im Januar 2010, dicht gefolgt von den USA im Oktober 2010. Nichtsdestotrotz schaffen es chinesische Hersteller immer mal wieder, das Medikament in besagte Industrieländer einzuschleusen. Das mag womöglich auch an den unterschiedlichen und nicht allen bekannten Handelsnamen liegen.

            In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es unter dem Namen „Reductil“ bekannt, in den USA unter „Meridia“ und in China unter „LiDa“. Die unterschiedlichen Bezeichnungen darf man ruhig als Täuschungsmanöver des Herstellers ansehen, denn wer hier weiß, dass „Reductil“ verboten ist, greift womöglich naiv zu „LiDa“, hält aber das gleiche Produkt mit den gleichen Nebenwirkungen in der Hand – und macht sich nicht nur kaputt, sondern auch strafbar.

            Allein 2006 beschlagnahmte der deutsche Zoll weit mehr als eine Million Kapseln des mehr als fragwürdigen Medikaments.

            Abnehmen mit Sibutramin? Fehlanzeige!

            Zwar kann das Mittel den Appetit zügeln, es kann aber auch genau das Gegenteil bewirken und zu Heißhungerattacken führen. Mit Sibutramin kauft man quasi eine Black Box. Der Hersteller setzt beim Vertrieb seiner angeblichen Wunder-Abnehm-Pille auf positive Rezensionen.

            Inzwischen ist jedoch bekannt, dass die meisten dieser Rezensionen gekauft und z. T. sogar selbst verfasst worden sind. Negativ-Bewertungen werden binnen kürzester Zeit gelöscht, der Kunde kann sich kein realistisches Bild mehr von Sibutramin machen.

            Sibutramin kann abhängig machen!

            Sibutramin ist im Grunde nichts anderes als eine Droge. Der Wirkstoff befindet sich beispielsweise auch in Speed. Und: Er kann zur Abhängigkeit führen. Die massiv mit falschen Sibutramin Erfahrungen bestückten Kundenrezensionen verlieren darüber jedoch kein Wort.

            In anderen Worten: Die Kundschaft bezahlt viel Geld für ein Medikament, das abhängig macht, enorme Nebenwirkungen verursacht und mit Ausnahme der negativen Wirkungen komplett wirkungslos ist. Wie viel Geld das ist, dazu jetzt mehr.

            Unverschämt hoher Preis für wirkungslose, gefährliche Präparate

            Je nachdem, an welchen Vertrieb man gerät und unter welchem Namen man das Mittel erstehen möchte, liegen die Kosten für eine Packung mit 90 Tabletten zwischen 46,85 und stolzen 119 Euro. Ein weiteres Indiz für das Täuschungsmanöver des Herstellers, denn identische Produkte können ja nicht unterschiedlich viel kosten – oder etwa doch?

            Selbst die Vorschriften zur Einnahme des Medikaments unterscheiden sich je nach Handelsnamen. Auf der einen Internetseite finden Kunden die Information, 3 Kapseln täglich einzunehmen. Auf einer anderen werden unterschiedliche Dosierungsbereiche vorgegeben. Anfänger sollen 10-15 mg täglich einnehmen, Hobbyabnehmer 10-30 mg und Profis ebenso 10-30 mg täglich. Was genau mit „Hobby“ und „Profi“ gemeint ist, verrät der Hersteller nicht.

            Vielmehr sind schwammige Aussagen zu finden wie: „Wem diese Dosierung nicht ausreicht, erhöht bis auf maximal 30 mg“. Die Einnahmemenge eines solch gefährlichen Medikaments obliegt dem Kunden also selbst – was es dem Hersteller möglich macht, sich bei sehr wahrscheinlich eintretenden Nebenwirkungen aus der Affäre zu ziehen!

            Trotz allem bleibt das Medikament, das nichts bringt, teuer. Gehen wir von einem Mittelwert aus und rechnen mit 82,93 Euro pro Schachtel und mit 3 Tabletten pro Tag, die offensichtlich nahezu beliebig steigerbar sind, reicht die Packung für genau 30 Tage. Danach ist die nächste Packung fällig.

            Ominöse Sparangebote – Wie die Kundschaft über den Tisch gezogen wird

            Weil sich vermutlich auch die Vertreiber über den hohen Sibutramin Preis sehr bewusst sind, werben sie mit mehr als zweifelhaften Sparangeboten. „Sparen Sie bis zu 8,05 Euro“ prangert in roten Druckbuchstaben auf der Website einiger Verkäufer. Dicht gefolgt von „2 Dosen für nur 136 statt 160 Euro“ oder „5 Packungen für 310 statt 350 Euro“.

            Mit roten, übergroßen SALE-Schildchen wird dem Nutzer zumindest suggeriert, dass es sich um ein nicht mehr lange vorhandenes Angebot handelt. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Verkäufer nur die Bezahlung per Kreditkarte akzeptiert – würde es sich um ein seriöses Geschäft handeln, wären auch Rechnungs- oder Sofort-Überweisungs-Käufe möglich.

            Fazit – Viel Geld für ausschließlich Nebenwirkungen

            Mit Sibutramin spielt der Hersteller mit den sehnlichsten Wünschen vieler Menschen: endlich abnehmen, ohne viel dafür zu tun. Etliche sind dafür bereit, viel Geld auf den Tisch zu legen. Statt abzunehmen, werden Sie sich nach der Einnahme dieser Präparate jedoch eher nach einem Arzt sehnen, als nach der perfekten Figur.